Was erfreut das Auge?
Was trägt Lebensfreude und Lebensqualität zur Gestaltungsarbeit bei? — Dirk Uhlenbrock —

Vortrag

Zeit: Freitag, 17.06.2016 19:00 Uhr
Ort: FH Vorarlberg Aula

„Ich habe mich so eingerichtet, dass ich die meiste Zeit Spaß an der Arbeit habe!“

Das ist ein Fazit, das Dirk Uhlenbrock zum Thema Lebensfreude in der Gestaltungsarbeit zieht. Dass dies nicht immer der Fall war und auch nicht immer möglich ist, und er dennoch nicht die Lust an der Gestaltung verliert illustriert er in seinem Vortrag.

Dirk Uhlenbrock studierte Kommunikationsdesign an der BUGH Wuppertal mit den Schwerpunkten Illustration und Typografie, danach war er in den Bereichen Print- und Digitaldesign tätig. Mitte der 90er Jahre mit dem Aufkommen des Internets gestaltete er Websiten - damals eine Art Pionierarbeit als sich die grauen Displays zu farbigen Bilder wandelten. Das Digitale war aber auf die Dauer nicht seins und er wollte wieder mehr Print machen: „Ich habe immer gerne Produkte gemacht, die man in der Hand halten kann“. Nach mehreren Jahren als Art- und Creative Director machte er sich im Jahr 2000 selbstständig, um unter dem Namen signalgrau umfassende Projekte im Bereich Corporate-, Editorial- und Online-Design zu realisieren. Nachdem seine wirtschaftliche Situation zu prekär wurde gründete er 2009 zusammen mit dem Buchhändler Thomas Schmitz das erste liga büro für gestaltung.

Wie sein heutiger Arbeitsalltag aussieht, das stellte Dirk Uhlenbrock zu Beginn des Vortrags mit der Aufzählung von Aufgaben dar, an denen er die letzten zwei Wochen gearbeitet hat: Grußkarten für eine Firma, Programm der Duisburger Philharmoniker, Preisschilder für eine Pommesbude, neues Corporate Design für einen Spielwarenladen, Jahresbericht für die Arbeiterwohlfahrt, Plakate, Buchlayout und einiges anderes.

Er zeigte damit anschaulich wie unterschiedlich die Aufträge sein können und auch manchmal wie mühsam Verhandlungen sein können, dass er für das gleiche Geld mehr arbeiten muss als vor 10 Jahren und dass er mit einem 8 Std-Tag nicht genug Geld reinbringen würde. Den Arbeitsaufwand kann er dadurch bewältigen, dass er versucht, die Arbeit einfach zu machen, er schnell arbeiten kann und Dinge, die keinen Spaß machen, einfach abarbeitet. Die Zeiten, als noch Nächte durchgearbeitet wurden, sind aber vorbei – wären nicht Frau und Kinder (6 an der Zahl), dann hätte er sich „wohl schon totgearbeitet“.

Stattdessen  erfreut er sich an graphischen Spielereien, wenn am späten Abend Ruhe einkehrt oder wenn er Geschäftspartner hat, mit denen ein Austausch stattfindet und Projekte gemeinsam weiterentwickelt  werden.

Dirk Uhlenbrock – ein Gestalter, der trotz der Arbeitsfülle nicht die Lust am spielerischen Gestalten verliert.

http://ersteliga.de/

 

Text: vfst / Fotos: hka

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